Internationales Radquer Dagmersellen

Rennbericht 26.12.2013

(pbi.) Für einmal war dem internationalen Radquer in Dagmersellen kein Wetterglück beschieden. Vom ersten bis zum letzten Rennen fielen zum Teil intensive Niederschläge. Bereits am Weihnachtstag hatte es intensiv geregnet, so dass die ohnehin schon selektive Chrüzbergstrecke am Stephanstag für alle Fahrerinnen und Fahrer zur ultimativen Herausforderung wurde. Morast wohin das Auge reichte. Entsprechend kräftezehrend waren die Wiesenpassagen und entsprechend hohe Konzentration erforderte die sonst schon anspruchsvolle Abfahrt.

Moureys Attacke: Früh und heftig

Doch egal wie die Bedingungen am Dagmerseller Chrüzberg auch sind: Ein Mann scheint einfach unschlagbar. Francis Mourey aus Frankreich war seiner Gegnerschaft auch im tiefen Gelände überlegen. Bereits in der dritten von neun Runden sprengte er eine achtköpfige Spitzengruppe. Seine Verfolger sollten den 33-Jährigen erst nach der Zieldurchfahrt wieder zu Gesicht bekommen. Mit 20.9 Sekunden Vorsprung siegte Mourey überlegen vor Lukas Flückiger und seinem Landsmann Fabien Canal, der erstmals in Dagmersellen aufs Podest stieg. Eben dieses Siegertreppchen hätte heuer nach seinem vierten Rang im Vorjahr auch der Roggliswiler Lukas Winterberg nur zu gerne erklommen. Am Ende klassierte er sich auf dem beachtlichen sechsten Rang. Enttäuscht, dass es fürs Podest nicht gereicht hatte, war er nicht: „Mit meinem Rennen bin ich sehr zufrieden. Es gab die eine oder andere Szene, die etwas unglücklich lief für mich. Aber ich muss realistisch sein: Wenn ich sehe, wer vor mir klassiert ist, darf ich mich über dieses Resultat sicher freuen.“ In der Tat: Neben Ausnahmekönner Mourey, Weltklasse-Biker Flückiger und dem starken Canal (fuhr heuer am Weltcup-Rennen von … in die Top 15), klassierten sich mit Florian Vogel und Mathias Flückiger noch zwei weitere Mountainbiker der obersten Liga vor Winterberg.

Mit dem siebten Sieg in Dagmersellen schloss Francis Mourey zu Rekordhalter Albert Zweifel auf, der die Fahrer am Stephanstag als Ehrenstarter auf die Strecke geschickt hatte. Der Franzose hatte schon vor dem Rennen angekündigt, auch im nächsten Jahr ins Wiggertaler zurück zukehren. Alles deutet daraufhin, dass Francis Mourey dann alleiniger Rekordhalter werden dürfte.

Überglücklicher Adrian Meier

Eröffnet worden war das 38. internationale Radquer von Dagmersellen mit dem Rennen der Frauen. Dabei setzte sich die erst 16-jährige Sina Frei klar vor Vorjahressiegerin Katrin Leumann durch. Als Dritte kam die junge Tschechin Martina Kukulova ins Ziel. Das Rennen der Kategorie C (Anfänger) entschied Nico Niemann vor Reto Müller und Kevin Kuhn für sich.

Für das erste Highlight aus regionaler Sicht hatte kurz nach dem Mittag aber der Pfaffnauer Adrian Meier gesorgt. Der 28-Jährige, der sich die Elitequalifikation für die kommende Saison zum Ziel gesetzt hatte und dafür einen 11. Rang gebraucht hätte, zeigte ein ganz starkes Rennen und kam als Fünfter der Kategorie B ins Ziel. Weil die Kategorie Masters (Fahrer über 30 Jahre) und Kategorie Junioren/Amateure separat geehrt wurden, durfte Meier als Dritter der Amateure/Junioren gar vor Heimpublikum aufs Podest steigen. „Sensationell! Einfach sensationell, dass es ausgerechnet in Dagmersellen so toll aufgegangen ist“, meint ein überglücklicher Meier nach der Zieldurchfahrt. Eher verhalten gestartet, schloss er nach Rennhälfte zu einer grösseren Verfolgergruppe auf. Deren Mitglieder liess er in der schwierigen Abfahrt dann regelrecht stehen und sicherte sich den sehr beachtenswerten fünften Rang und damit die Elitequalifikation für das kommende Jahr. Ebenfalls ein ganz starkes Rennen zeigte Adrian Muri aus Schenkon, der sich nur Master-Schweizer-Meister Beat Morf geschlagen geben musste und das Rennen der Kategorie B auf dem formidablen zweiten Rang beendet.

Viele Fans trotz miesem Wetter

Trotz des schlicht und einfach schlechten Wetters bestätigte das Dagmerseller Radquer seinen Ruf als Publikumsmagnet auch in diesem Jahr. Etwa 1800 Fans liessen es sich trotz Dauerregen und kalten Temperaturen nicht nehmen, die Artisten auf zwei Rädern anzufeuern. Auch den treuen Fans gebührt neben den zahlreichen Helferinnen und Helfern sowie allen Sponsoren und OK-Mitgliedern ein herzliches Dankeschön. Nur dank ihrer Unterstützung ist und bleibt das Dagmerseller Radquer etwas ganz Spezielles, selbst, wenn das Wetter einmal nicht mitspielt. Das grösstmögliche Kompliment haben sich aber auch in diesem Jahr die Querfahrerinnen und –fahrer verdient. Was sie leisten, ist selbst bei angenehmeren äusseren Bedingungen imposant. Aber was sie beim diesjährigen Radquer in Dagmersellen, im Dreck, bei Regen, Schnee und Kälte zeigten, verdient unabhängig vom sportlichen Abschneiden grössten Respekt. Es genügte, die schlotternden, total verdreckten Athletinnen und Athleten nach der Zieleinfahrt zu beobachten, um zu erahnen, was sie während des Rennens durch gemacht hatten.

Gefroren haben bestimmt auch einige Zuschauer. Während die Sportler sich ihre wohlverdiente Dusche gönnten, wärmten sie sich in der nahegelegenen Chrüzmatthalle auf und lancierten gleichzeitig die rauschende After-Race-Party.

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