Internationales Radquer Dagmersellen

Vorschau-2  Radquer 13

(pbi.) Es war ein fantastisches Rennen, das Lukas Winterberg vor Jahresfrist in Dagmersellen ablieferte. Hinter Seriensieger Francis Mourey, dem WM-Zweiten der Mountainbiker, Lukas Flückiger und dem italienischen Olympia-Dritten der Mountainbiker 2012, Marco Aurelio Fontana, krönte der Roggliswiler seine Top-Leistung mit Rang 4. „Das letzte Jahr hat mir Gewissheit gegeben, dass ich hier ganz vorne mitmischen kann“, sagt Winterberg. Und ganz vorne mitmischen, das will der Lokalmatador auch am kommenden Donnerstag wieder.

Erfolgreicher US-Trip

Lukas Winterberg eröffnete die Radquer-Saison 2013/14 früher als viele andere mit mehreren Rennen in den USA. Bereits vor zwei Jahren hatte er eine ähnliche Saisonplanung verfolgt, dabei tolle Erfahrungen gesammelt und starke Rennen gezeigt. In diesem Herbst war es ähnlich. „Mit meinem Übersee-Trip bin ich sehr zufrieden“, sagt Winterberg rückblickend. Zwei zweite Plätze und fünf weitere Top-Ten-Klassierungen schaffte er in den USA. Resultate, die ihn auch in der Weltrangliste in die Top 80 katapultierten.

Die mentale Müdigkeit ist weg

Nach seiner Rückkehr aus den USA Mitte Oktober schien der Fahrer des VC Pfaffnau-Roggliswil seine gute Form weiter ausspielen zu können. Rang 4 beim internationalen Radquer von Beromünster war ein weiteres starkes Resultat. In der Folge jedoch blieben die Top-Resultate aus. „Im November war ich mental müde“, sagt Winterberg, der bei der schaerholzbau ag in Altbüron in einem 60-Prozent-Pensum als Zimmermann arbeitet. Eine Rennpause und ein Trainingslager in Mallorca bei besten klimatischen Bedingungen kamen da genau richtig. Lukas Winterberg ist nun, kurz vor seinem Heimrennen, wieder richtig hungrig: „In Dagmersellen speziell und in der ganzen zweiten Saisonhälfte greife ich noch einmal an.“

Am vergangenen Sonntag startete Winterberg auf höchstem Niveau beim von Francis Mourey gewonnenen Weltcup-Rennen im belgischen Namur. Das angestrebte Resultat unter den Top 25 verpasste er auf Rang 34 allerdings. Auch im Januar wird der Roggliswiler bei den Weltcup-Rennen in Rom und Nommay (FRA) die Schweizer Farben vertreten. Um sich den Traum der WM-Teilnahme (am 1. und 2. Februar 2014 in Hoogerheide/NED) doch noch zu erfüllen, müsste Winterberg wohl aber an beiden Weltcup-Rennen über sich hinauswachsen.

Vor Heimpublikum aufs Podest?

Und wie sehen die Ziele für das Heimrennen am Stephanstag aus? „Ich werde alles geben, um den vierten Platz aus dem Vorjahr heuer noch zu toppen“, verspricht Lukas Winterberg. „Es wäre traumhaft, vor Heimpublikum aufs Podest steigen zu können.“ Der Roggliswiler weiss allerdings, dass dies ein hartes Stück Arbeit wird. Fahrer aus sieben verschiedenen Nationen werden am Stephanstag in Dagmersellen an den Start gehen. „Das Feld ist wie immer in Dagmersellen stark und ausgeglichen. Vieles wird von der Tagesform abhängen.“ Ist diese bei Lukas Winterberg ähnlich wie im Vorjahr, scheint ein noch grösserer Coup und damit der Sprung aufs Podest aber durchaus möglich. Das Eliterennen – der eigentliche Höhepunkt des internationalen Radquers von Dagmersellen – beginnt um 14.45 Uhr.

Adrian Meier strebt die Elitequalifikation an

Eine Stufe tiefer – in der Kategorie B (Amateure, Junioren, Masters) – machte in diesem Jahr mit Adrian Meier ein weiterer Fahrer aus der Region auf sich aufmerksam. Meier, 28-jährig und wohnhaft in Pfaffnau, bestreitet erst seit drei Jahren Radquer-Rennen. Seine Entwicklung in dieser Zeit ist bemerkenswert. In der aktuellen Saison fuhr er regelmässig in die Top Ten. Und genau so lautet auch das Ziel für sein Heimrennen in Dagmersellen. „Ich habe in diesem Jahr das spezifische Quer-Training intensiviert“, erklärt Meier. Er kommt aus dem Ausdauerbereich und hat schon zahlreiche Duathlons und Triathlons – darunter den Ironman Switzerland – bestritten. Der Mehraufwand für die Disziplin Radquer scheint sich gelohnt zu haben: Klassiert sich Adrian Meier in Dagmersellen auf Rang 11 oder besser, hat er die Elitequalifikation für die kommende Saison im Sack und könnte bereits 2014 im Feld mit den absoluten Quer-Cracks starten. „Das ist mein grosses Ziel. Es wäre phänomenal dies ausgerechnet in Dagmersellen, vor vielen bekannten Gesichtern zu schaffen“, sagt Meier, der auf lautstarke Unterstützung des begeisterungsfähigen Dagmerseller Publikums hofft. Der happige Aufstieg zum Chrüzberg sei zwar nicht gerade sein bevorzugtes Terrain. „Dennoch bin ich überzeugt, den erforderlichen 11. Rang schaffen zu können. Allein schon hier, quasi vor der Haustüre und vor diesem Publikum, fahren zu können, ist Motivation pur.“ Das Rennen der Kategorie B, in dem mit Adrian Muri aus Schenkon und Marcel Achermann aus Gunzwil zwei weitere ambitionierte Luzerner am Start stehen, startet um 12.45 Uhr.

Offene Ausgangslage bei den Frauen

Spannung verspricht natürlich auch das Rennen der Frauen, mit welchem um 11 Uhr das internationale Radquer von Dagmersellen eröffnet wird. In Abwesenheit der Vorjahressiegerin Katrin Leumann dürfte der Sieg über die 17-jährige Laura Perry aus Frankreich, im Vorjahr Zweite, führen. Martina Kukulova (18) aus Tschechien ist eine andere Siegesanwärterin. Aber auch die Jurasserin Lise-Marie Henzelin, 2011 Dritte in Dagmersellen, dürfte für einen Spitzenplatz gut sein. Mit Desirée und Melissa Winterberg aus Roggliswil stehen in diesem Rennen ebenfalls zwei junge Fahrerinnen aus der Region am Start.

»  Die Organisatoren vom Veloclub Dagmersellen haben erneut alles unternommen
um Athletinnen und Athleten sowie Zuschauerinnen und Zuschauern am internationalen Radquer von Dagmersellen beste Bedingungen bieten zu können. Bleibt zu hoffen, dass das Wetter erneut mitspielt, die Radquerfans wieder in Scharen an den Chrüzberg pilgern, entlang der Strecke für die unvergleichliche Dagmerseller Radquer-Stimmung sorgen und mit ihrer Unterstützung nicht zuletzt die einheimischen Fahrerinnen und Fahrer zu Top-Leistungen antreiben.

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