Internationales Radquer Dagmersellen

Rennbericht 26.12.2014

(pbi.) Am Ende war es wie immer zuletzt beim internationalen Radquer von Dagmersellen: Kurz vor 16 Uhr bog Francis Mourey unter dem tosenden Applaus der Zuschauer allein auf die Zielgerade ein. Der 34-jährige Franzose konnte seinen insgesamt achten Sieg beim Dagmerseller Radquer – damit zog er sogar am legendären Albert Zweifel (7 Siege) vorbei – aber er weniger ausgiebig bejubeln als auch schon. Denn nur wenige Meter hinter ihm brausten bereits die Verfolger an. Arnaud Grand sicherte sich im Sprint gegen Florian Vogel Rang zwei. Ganz knapp dahinter folgte Lokalmatador Lukas Winterberg. Der Roggliswiler begeisterte einmal mehr in Dagmersellen die vielen Zuschauer aus der Region, zeigte ein ganz starkes Rennen und lag am Ende nur 4 (!) Sekunden hinter Sieger Mourey. Einzig die Krönung in Form des Sprungs auf das Podest verpasste der 26-Jährige ganz, ganz knapp.

Begeisternder Lukas Winterberg

Die Zuschauer kamen in den Genuss eines bis zur letzten Sekunde spannenden Elite-Rennens. Im Wissen um die Favoritenrolle Moureys richteten sich die Augen der zahlreichen Schweizer Herausforderer natürlich in erster Linie auf den Franzosen. So entwickelte sich ein von der Taktik geprägtes Rennen, bei dem bis nach Rennhälfte rund ein Dutzend Fahrer zur Spitzengruppe gehörten. Der Roggliswiler Lukas Winterberg bekundete nach schnellem Start etwas Mühe und verlor zwischenzeitlich gar den Kontakt zu dieser Gruppe. „Das kann doch nicht sein“, habe er sich selbst gesagt. Dank einer enormen Willensleistung und unterstützt von den frenetischen Anfeuerungen des Publikums fand er aber wieder Unterschlupf in der Spitzengruppe. Und nicht nur das: Mehrmals führte der Roggliswiler das Feld in der Folge gar an. Speziell über die Doppelhürden nahm er seinen Kontrahenten dank perfekter Technik Runde für Runde einige Meter ab. Mit Rang 4 war er sehr zufrieden. Allerdings machte Winterberg keinen Hehl daraus, dass er nur zu gerne aufs Podest gefahren wäre: „Bei einem solch geringen Abstand fragt man sich natürlich schon, wo man diese Winzigkeit hätte gut machen können.“ Am Ende sei er aber hochzufrieden mit seinem Auftritt. Mehr sei einfach nicht drin gelegen. „Als ich ins Ziel kam, hatte ich mein letztes Körnchen Energie verpufft.“ Der zweite einheimische Fahrer im Elite-Feld, der Pfaffnauer Adrian Meier belegte Rang 25. Auch Meier, der das erste Jahr in der Elite-Kategorie fährt, war mit seinem Rennen zufrieden und schwärmte von der Atmosphäre am Chrüzberg: „Hier das Elite-Rennen bestreiten zu können, war fantastisch.“

Französischer Sieg auch bei den Frauen

Lanciert worden war das 39. Internationale Radquer von Dagmersellen mit dem Rennen der Frauen. Dabei feierte die Französin Juliette Labous einen souveränen Sieg. Die erst 16-Jährige sicherte sich ihren ersten Erfolg in einem Elite-Rennen mit mehr als eineinhalb Minuten Vorsprung auf die Baslerin Katrin Leumann. Für die dreifache Gewinnerin des Dagmerseller Radquers war es der insgesamt siebte Podestplatz im Luzerner Wiggertal. Dritte wurde mit Eva Colin eine weitere Französin.

In der Kategorie B (Amateure, U19, Masters) liess sich Jörg Graf als Sieger feiern. Der amtierende Europa- und Schweizermeister in der Kategorie Masters setzte sich vor dem jungen Franzosen Emile Canal und Vorjahressieger Beat Morf durch. Adrian Muri aus Schenkon wurde Sechster, Sven Uhlmann vom VC Pfaffnau-Roggliswil fuhr auf Rang 15.

Packende Rennen – tolle Stimmung

Auch im Rennen der U17 hatten die Zuschauer bereits eine knappe Entscheidung zu sehen bekommen. Am Ende setzte sich Loris Rouiller vor Mauro Schmid und Luca Schätti durch. In der Kategorie U13/U15 heisst der Sieger Kedup Gyagang. Er sicherte sich die Gesamtwertung aus Parcours und Rennen, wobei er auch im Rennen der Schnellste war.

Die idealen äusseren Bedingungen – über den Mittag zeigte sich sogar die Sonne – lockten auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Zuschauer an den Chrüzberg. Rund 3500 Besucherinnen und Besucher machten das Dagmerseller Radquer auch in diesem Jahr wieder zu einem ganz besonderen Anlass. Und sie sorgten überall entlang der Strecke, speziell jedoch am höchsten Punkt für eine fantastische Atmosphäre. Lautstark wurden die Fahrer angefeuert und in die rasante Abfahrt geschickt.

Geglückte Hauptprobe

Mit den erfolgreichen und ohne Zwischenfall verlaufenen Rennen am Stephanstag haben die Organisatoren vom Veloclub Dagmersellen auch eine geglückte Hauptprobe im Hinblick auf die Schweizer Meisterschaften am 10. Januar 2016 hingelegt. Anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums des Dagmerseller Quers finden in der nächsten Saison zum insgesamt dritten Mal nach 1992 und 2006 die nationalen Titelkämpfe am Fusse des Chrüzbergs statt

Doch die regionalen Radquer-Fans kommen auch am Stephanstag 2015 auf ihre Kosten. Dann nämlich wird der VC Pfaffnau-Roggliswil in Pfaffnau zum ersten Mal ein internationales Radquer organisieren.

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