Internationales Radquer Dagmersellen

Schafft Lars Forster das Triple?

Forsters Hattrick zum Abschluss

Am Stephanstag fand das internationale Radquer Dagmersellen zum 42. und letzten Mal statt. Als grosse Sieger liessen sich dabei Lars Forster bei den Herren und Sina Frei bei den Frauen feiern. Beide wurden 2016 auf dieser Strecke Schweizermeister.
Das Dagmerseller Radquer endete, wie es begann: Mit einer Schweizer Siegesserie. Zwischen 1975 und 1982 gewann der fünffache Weltmeister und neunfache Schweizermeister Albert Zweifel insgesamt sieben Mal. Den Abschluss machte nun der 24-jährige Lars Forster, der bei den letzten drei Austragungen jeweils siegreich war. Vergrössern wird Forster seine Serie aber nicht mehr können, denn nach 42. Austragungen ist Schluss. Um den Rekord egalisieren zu können hätte der St. Galler ohnehin noch bis und mit 2022 jedes Jahr gewinnen müssen. Der Rekord bleibt beim französischen Cross-Spezialisten Francis Mourey, der seine insgesamt acht Siege zwischen 2006 und 2014 feierte. Immerhin: Auch wenn Forster diesen Rekord nicht mehr angreifen kann, bleibt er der einzige Elitefahrer, der nach Moureys Erfolgen in Dagmersellen gewinnen konnte.

Spektakel am Chrüzberg

Die rund 3000 Zuschauer verwandelten den Chrüzberg auch bei der letzten Austragung in ein Tollhaus. Viele Rennfahrer äusserten sich nach dem Rennen, dass Dagmersellen fehlen werde. Die Stimmung am Chrüzberg sei mit den vielen Zuschauern immer unglaublich gewesen. Mit Spannung wartete man schliesslich auch auf das Eliterennen der Herren. Würde es Lars Forster, der im Januar 2016 mit dem Schweizermeistertitel seinen ersten Sieg bei der Elite in Dagmersellen feiern konnte, gelingen, mit einem dritten Sieg in Folge einen sauberen Hattrick hinzulegen? Er hat es. Und wie! Noch vor Rennhälfte machte er sich auf und davon und fuhr einem ungefährdeten Solosieg entgegen. Geplant war es eigentlich anders. Noch vor dem Rennen äusserte sich der 24-Jährige darüber, dass es sehr wichtig sei, den richtigen Moment abzuwarten und dass man nichts überstürzen soll. Zu heimtückisch sei die Dagmerseller Strecke. Umso überraschender war es dann, als seine Attacke bereits in der fünften von zwölf Runden erfolgte. «Ich hatte gemerkt, dass ich wohl der Stärkste bin und verschärfte kurzzeitig das Tempo. Zunächst ging ich noch davon aus, dass Lukas Flückiger am Hinterrad war und wir so zusammenspannen könnten», beschrieb Lars Forster den Moment. Teamkollege Flückiger musste allerdings ebenfalls eine Lücke aufgehen lassen und so entschied sich Forster bereits früh, alles auf eine Karte zu setzen.

Dreikampf um Platz zwei und drei

Hinter Forster bahnte sich in der zweiten Rennhälfte ein spannender Dreikampf zwischen Lukas Flückiger, Andri Frischknecht und dem Belgier Braam Merlier an. Flückiger, der in Dagmersellen bereits zum 20. Mal am Start stand, sah im Finale als der sichere Zweite aus, als er sich nach einer Attacke im allerletzten Aufstieg absetzen konnte. Ein Ausrutschter und technische Probleme sorgten dann aber dafür, dass Flückiger noch auf den undankbaren vierten Rang zurückfiel. Im Kampf um Platz zwei behielt der Belgier Braam Merlier gegen Andri Frischknecht das bessere Ende für sich und wurde wie schon vor einem Jahr Zweiter in Dagmersellen. Der 23-jährige Frischknecht stand damit dreizehn Jahre nach seinem Vater auf der Dagmerseller Elitepodest. Thomas Frischknecht wurde 2004 ebenfalls Dritter.

Weltmeisterin schlägt Schweizermeisterin

Im Rennen der Frauen Elite war Sina Frei bereits zum dritten Mal siegreich. Die Schweizermeisterin von 2016 und aktuelle U23-Weltmeisterin im Mountainbike Cross Country zeigte einen starken Auftritt und gewann das Duell gegen die Schweizermeisterin und Vorjahressiegern Jasmin Egger-Achermann. Dritte wurde wie schon vor einem Jahr die Italienerin Rebecca Gariboldi. Und auch wenn nichts aus dem vierten Dagmerseller Sieg für Jasmin Egger-Achermann wurde, zeigte sich die Gunzwilerin nach dem Rennen zufrieden. «Angesichts der starken Konkurrenz mit Sina, war Platz zwei heute das Optimum, was ich herausholen konnte. Aufwand und Ertrag gehen absolut in Ordnung und wenn ich mein aktuelles Trainingspensum anschaue, dann ist dieser zweite Platz sogar sehr gut.»

Winterbergs Herzensangelegenheit

Ebenfalls am Start war Elitefahrer Lukas Winterberg. Der gebürtige Roggliswiler sah sich bei der letzten Austragung seines «Heimrennens» aber in einer komplett anderen Situation, als in den vergangenen Jahren. Während er bisher jeweils zum erweiterten Favoritenkreis zählte und als bestes Eliteresultat einen vierten Platz vorweisen kann, war er heuer mit dem 15. Rang zum Abschluss zufrieden. Denn aufgrund einer Weiterbildung bestreitet der 29-Jährige in der laufenden Saison eigentlich keine Rennen. «Ich gehe im Moment von Donnerstag bis Samstag drei ganze Tage in die Schule. Allein dies ist keine ideale Voraussetzung auf die Rennen, die meistens am Sonntag stattfinden. Und arbeiten, Training und Vorbereitung des Materials kommt ja jeweils auch noch dazu», erklärt Winterberg. Dagmersellen sei aber sein absolutes Lieblingsrennen und deshalb war es für ihn eine Herzensangelegenheit, beim letzten Mal am Start zu stehen, auch wenn die Form nicht top war.

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