Internationales Radquer Dagmersellen

Vorschau-3 SM 2016 Regionel Presse

(pbi.) Dagmersellen – Am Sonntag werden zum dritten Mal nach 1992 und 2006 die Radquer Schweizer Meister am Chrüzberg erkoren. Im Eliterennen der Männer geht Titelverteidiger Julien Taramarcaz als Favorit ins Rennen. Die Herausforderer im Kampf um SM-Gold aber sind zahlreich.

Dreifacher Elite-Schweizer-Meister im Radquer ist Julien Taramarcaz bereits. Am Sonntag will er in Dagmersellen seinen vor Jahresfrist in Aigle errungenen Titel verteidigen und sich zum vierten Mal ins rote Trikot mit dem weissen Kreuz einkleiden lassen. Der 28-jährige Walliser ist einer der ganz wenigen Schweizer Radsportler, die ihre Jahresplanung voll und ganz auf die Quersaison ausrichten. Seit mehreren Jahren lebt und trainiert Julien Taramarcaz in Belgien. Belgien: das ist die Radquer-Nation Nummer 1. An praktisch jedem Wochenende finden irgendwo im Land ein oder gar zwei internationale Rennen statt. Tausende Zuschauer pilgern an die Strecken, Fernsehstationen berichten live. Hier kann sich Taramarcaz Woche für Woche mit den weltbesten Radquerfahrern messen.

Ein steter Aufstieg

Seit seinem Umzug nach Belgien hat der Elite-Schweizer-Meister von 2012, 2013 und 2015 stetig der Weltspitze genähert. Höhepunkte waren seine 4. Plätze an den Weltcup-Rennen in Zolder 2014 und in Roubaix 2012 sowie der 6. Rang an den Weltmeisterschafen 2013 in den USA. Auch in der aktuellen Saison hat Taramarcaz sein Potenzial mehr als einmal angedeutet: Im Oktober fuhr er beim Weltcup in Valkenburg auf den fünften Rang, im November in Koksijde wurde er Zehnter, im Dezember in Namur Neunter. Auch bei weiteren stark besetzten Rennen in Belgien fuhr er diese Saison mehrmals unter die besten Zehn.

An Rennen in der Schweiz dagegen ist der Schweizer Meister nur selten zu bewundern. Sein letzter Start in Dagmersellen datiert aus dem Jahr 2010. Damals wurde er hinter Seriensieger Francis Mourey und Lukas Flückiger Dritter.

Wildhaber ausser Gefecht

Zu Taramarcaz' härtesten Herausforderern hätte wohl Marcel Wildhaber gezählt. Der 30-jährige Mountainbikespezialist hat in den vergangenen Jahren auch auf dem Quervelo wertvolle Resultate erzielt. Im Dezember 2014 wurde er beim Weltcup in Namur Vierter. Mitte Dezember siegte er beim gut besetzten vierten Rennen der EKZ CrossTour in Eschenbach/SG. Am vergangenen Samstag aber, beim letzten Rennen der EKZ CrossTour in Meilen, stürzte Wildhaber. Dabei zog er sich einen Wadenbeinbruch zu. Seine Quersaison ist gelaufen.

Auf der Rechnung haben muss man am Sonntag dafür einen anderen starken Mountainbiker. Lukas Flückiger ist in Dagmersellen schon mehrmals aufs Podest gefahren. Ausserdem weiss er, wie man Radquer-Schweizer-Meister wird: 2010 und 2014 sicherte sich der ältere der Flückiger-Brothers jeweils die Goldmedaille.

Die SM-Goldmedaille ist auch das grosse Ziel von Simon Zahner. Der Zürcher ist eine der prägenden Figuren im Schweizer Radquersport der vergangenen Jahre. 2004 wurde er U23-Schweizer-Meister, in der Elitekategorie fehlt ihm dieser Titel noch. Nahe dran war der 32-Jährige schon oft. Vier Silber- und zwei Bronzemedaillen an Elite-Schweizer-Meisterschaften sprechen für sich. Wie Taramarcaz stand Simon Zahner in den vergangenen Jahren nur selten in Dagmersellen am Start. Kann er am Sonntag „endlich“ Schweizer Meister werden?

Vogel und Forster in Top-Form

Neben diesen Favoriten rechnet sich eine weitere Handvoll Athleten zumindest Aussenseiterchancen auf einen Spitzenplatz aus. Gerade wenn das Meisterschaftsrennen von Taktik geprägt sein sollte, könnte der Kreis potenzieller Medaillenanwärter lange relativ gross bleiben. Besonders zu erwähnen ist Florian Vogel. Er hat am Stephanstag die Premiere des Cross-Race von Pfaffnau in souveräner Manier gewonnen. Am Berchtoldstag in Meilen wurde er Achter. In Dagmersellen ist er schon 2008, 2009 (jeweils Zweiter) und 2014 (Dritter) aufs Podest gestiegen und auch Schweizer Meister im Radquer (2005) war er schon. Immer mehr ins Rampenlicht gefahren ist in den vergangenen Wochen Lars Forster. Der 22-Jährige belegte am Stephanstag in Pfaffnau Rang 3, am 2. Januar war er in Meilen als Dritter klar bester Schweizer. Daneben ist auch Severin Sägesser, Nicola Rohrbach, Fabian Lienhard oder Lokalmatador Lukas Winterberg ein Spitzenplatz zuzutrauen. Der Roggliswiler zeigte in den vergangenen beiden Jahren Top-Leistungen beim Radquer am Chrüzberg. Mit dem dritten Platz in Pfaffnau hat er eindrücklich bewiesen, dass sein Formaufbau im Hinblick auf die Heim-SM stimmt.

Sina Frei strebt den Hattrick an

Im Elite-Rennen der Frauen strebt die erst 18-jährige Sina Frei bereits ihren dritten Elite-SM-Titel in Serie an. Die Zürcherin zeigte in dieser Saison vorab in den stark besetzten Rennen der EKZ-CrossTour sehr gute Auftritte. In fünf Rennen fuhr sie viermal aufs Podest (dreimal Dritte, einmal Zweite). Auch in Dagmersellen hat sich Sina Frei schon in die Siegerliste eingetragen: 2013 gewann sie vor Katrin Leumann. Die Baslerin dürfte auch beim SM-Rennen am Sonntag eine der härtesten Kontrahentinnen der Titelverteidigerin sein. Leumann wurde 2007 Radquer-Schweizer-Meisterin und holte seither sieben (!) Mal die Silbermedaille. In Dagmersellen (wo sie 2007, 2011 und 2012 gewann) würde sie nur zu gerne wieder einmal aufs oberste Treppchen steigen. Chancen auf einen Podestplatz rechnen sich auch Nathalie Schneitter (29), Lise-Marie Henzelin (24) und Nicole Koller (18) aus. Aufgrund eines Mittelhandbruchs muss die aktuell beste Schweizer Mountainbikerin, Jolanda Neff (23), auf die Radquer-SM verzichten.

Jacobs will U23-Gold

Gespannt sein dürfen die Zuschauerinnen und Zuschauer auch auf die Rennen der Nachwuchskategorien. Bei der U23 geht die aktuell grösste Schweizer Nachwuchshoffnung im Radquer an den Start. Der 18-jährige Zürcher Johan Jacobs absolviert ähnlich wie Julien Taramarcaz bei der Elite quasi die ganze Saison in Belgien. Im Dezember 2014 entschied er in Namur das Weltcup-Rennen der Junioren für sich. Favorit im U19-Rennen ist Kevin Kuhn. Bei der U17 will Schweizer Meister Loris Rouiller (am Stephanstag Sieger in Pfaffnau) seinen Titelverteidigen.

Masters: „Altstars“ und ein Neo-Dagmerseller

Eröffnet werden die Radquer-Schweizer-Meisterschaften am Sonntag bereits um 9 Uhr. Dann starten die Masters (Fahrer ab 30 Jahren) zu ihren Titelkämpfen. In den Kategorien 30+, 40+ und 50+ werden insgesamt drei SM-Titel vergeben. Im Rennen der jüngsten Masters-Kategorie stehen gleich mehrere klingende Namen auf der Startliste. Darunter Christian Heule. Er gewann vor genau 10 Jahren in Dagmersellen die Goldmedaille und feierte seinen zweiten von insgesamt sechs Elite-Schweizer-Meistertiteln. Auch Yves Corminboeuf, 2006 U23-Schweizer-Meister in Dagmersellen, steht am Sonntag im Rennen der Masters am Start. Dazu kommen die ehemaligen Top-Quer-Fahrer Beat Morf und Titelverteidiger Jürg Graf. Inmitten der „Altstars“ will auch ein „Einheimischer“ in den Medaillenkampf eingreifen. Adrian Muri vom VC Sursee wohnt seit einiger Zeit in Dagmersellen und würde natürlich nur zu gerne „vor der Haustüre“ SM-Edelmetall erobern. Angesichts der namhaften Konkurrenz dürfte dies ein sehr schwieriges Unterfangen werden. Über lautstarke Unterstützung bereits am Sonntagmorgen wird sich der Neo-Dagmerseller aber sicher freuen.

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Grosser Galaabend am Samstag

Lanciert werden die Radquer-Schweizer-Meisterschaften bereits am Samstagabend. Beim grossen Galaabend ab 18 Uhr kommen die Gäste in den Genuss eines 3-Gang-Menüs und eines attraktiven Unterhaltungsprogramms. Sämtliche Informationen – auch zum Vorverkauf der Bankettkarten (gelten als Eintritt für den Galaabend) – unter www.radquerdagmersellen.ch.

 

Programm – Sonntag, 10. Januar

 9.00 Uhr Masters; Masters 40+; Masters 50+
10.00 Uhr U13/U15 (keine SM-Kategorie
10.35 Uhr Frauen/Herren U17
11.30 Uhr Herren U19
12.50 Uhr Herren U23
14.00 Uhr Frauen Elite/U19
15.00 Uhr Herren Elite
16.00 Uhr Preisverleihung Kategorie Elite Frauen/U19
17.00 Uhr Preisverleihung Kategorie Elite Herren

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DIWISA Distillerie Willisau SA
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