34. Int. Radquer Dagmersellen - 26.12.2009
 

> Der Husarenritt des Francis Mourey

> Alle gegen den Titelverteidiger

> „Mehr als ein Radquer – ein wahres Dorffest“ - Interview mit Hans Jucker

> Schnell und immer schneller - Ehrenstarterin Marlen Affentranger

> Spektakel am Stephanstag

> Ein eingespieltes Team am Werk

 

 


Der Husarenritt des Francis Mourey

 

Francis Mourey heisst der Sieger des 34. Internationalen Radquers von Dagmersellen. Der französische Topfavorit und Titelverteidiger siegte nach einer fulminanten Aufholjagd wie schon vor Jahresfrist vor Florian Vogel und Lukas Flückiger. Pirmin Lang klassierte sich im sechsten Rang.

 

pbi – Das Podest des Elitefeldes des 34. Internationalen Radquers von Dagmersellen mit dem 29-jährigen Franzosen Francis Mourey ganz zu oberst war bereits im Voraus zu erwarten gewesen. Doch am vergangenen Samstag hätten nach vier Runden des Eliterennens wohl nicht mehr viele der erneut über 3000 Zuschauer am Chrüzberg auf die aktuelle Weltnummer 5 aus Frankreich gesetzt. In der dritten Runde riss dem dazumal schon souverän in Führung liegenden Mourey nämlich die Kette. Ans Aufgeben dachte er deswegen aber nicht. Mit dem Velo auf den Schultern rannte (!) Mourey mehrere hundert Meter weit bis zum nächsten Materialposten oben auf dem Chrüzberg. Seine Konkurrenten schienen enteilt. 1:49 Minute betrug der Rückstand des Franzosen nach vier Runden auf die Spitze. Das war gleichbedeutend mit dem 31. Platz. Doch wie sich der Titelverteidiger dann zurückkämpfte war beeindruckend. Meter um Meter, Sekunde um Sekunde schmolz der Vorsprung der Führenden. In der letzten Runde schloss Mourey zu Florian Vogel und Lukas Flückiger auf. Vom Dagmerseller Publikum frenetisch angetrieben, liess der entfesselte Franzose auch seine letzten beiden Widersacher stehen und krönte seine beeindruckende Aufholjagd mit dem Sieg.

 

Gebrüder Lang und Winterberg zufrieden

Als bester der Lokalmatadoren klassierte sich Pirmin Lang (25). Seinen fünften Platz vom Vorjahr vermochte er jedoch nicht zu toppen. Am Ende wurde er Sechster. „Ich bin zufrieden mit meinem Rennen. Am Ende fehlte bei mir einfach die Kraft“, erklärte Pirmin Lang nach der Zieldurchfahrt. Eine Magen-Darm-Grippe hatte ihn in seiner Vorbereitung aufs Heimrennen arg gestört und am Ende eine vielleicht noch bessere Platzierung gekostet. Mit seinem elften Platz ebenfalls zufrieden zeigte sich René Lang (23). Er hatte seinen grossen Auftritt ganz zu Beginn, als er mit einem Blitzstart auf und davon zog und als Führender in die erste Steigung fuhr. Obwohl er in der zweiten Rennhälfte kurzzeitig von Kälteschocks geplagt wurde, hielt er sich gut. „Mit meinem Rang bin ich zufrieden. Angesichts des Starterfeldes war nicht viel mehr drin für mich“, meinte René Lang im Anschluss an das Rennen. Als Zwölfter unmittelbar hinter René Lang klassierte sich der Roggliswiler Lukas Winterberg (21). Dabei hatte er einiges Pech zu beklagen. Gleich zweimal musste er im Verlauf des Rennens nach Stürzen zu Boden. „Beide Male bin ich deswegen aus einer Gruppe rausgefallen. Das ist ärgerlich. Mit dem zwölften Platz kann ich aber sehr gut leben.“ Und auch der Vierte aus dem Quartett der Einheimischen konnte nach dem Rennen lachen. Michael Winterberg (19) belegte bei seinem ersten Start bei der Elite in Dagmersellen Platz 26 und freute sich, „dass es deutlich besser ging, als zuletzt.“ In den letzten Wochen hatte er sich kraftlos und müde gefühlt, nun in Dagmersellen zeigte er ein konstantes Rennen.

 

Französischer Sieg auch in Kategorie B

Das Rennen der Kategorie B (Amateure, Junioren, Master) gewann mit Alexis Brodbeck ebenfalls ein Franzose. Er distanzierte Nils Scheding (Rickenbach) erst auf den letzten Metern. Dritter wurde Michael Wildhaber (Wagen). Michael Wechsler aus Roggliswil klassierte sich als 32. Einen eindrücklichen Start-Ziel-Sieg feierte Schweizermeisterin Jasmin Achermann (20) im Rennen der Frauen. Die Gunzwilerin deklassierte ihre Konkurrentinnen geradezu und siegte mit 1:28 Minuten Vorsprung auf Katrin Leumann. Die Drittplatzierte Renata Bucher (Littau) verlor bereits über drei Minuten. In der Kategorie C (Anfänger) feierte der Enkel von Peter und Sohn von Thomas, Andri Frischknecht (Feldbach) bereits seinen siebten Saisonsieg. Der Zweitplatzierte Dominic Zumstein (Männedorf) und der Dritte Dominic Grab (Ebmatingen) forderten Frischknecht aber bis zum Schluss und verloren beide weniger als drei Sekunden. Das Schülerrennen entschied Roger Aeberli (Aeugstertal) vor Benjamin Inauen (Appenzell-Steinegg) und Joël Grab (Ebmatingen) für sich. Bestes Mädchen war Nicole Koller (Schmerikon) auf Rang 9.

 

Legendäre Radquer-Party am Abend

Nach dem spektakulären Eliterennen und der anschliessenden Siegerehrung zog es die Radquerfans in die Wärme der nahegelegenen Chrüzmatthalle. Hier nahm langsam aber sicher die legendäre After-Race-Party ihren Lauf. Das Tschirgant-Duo aus dem Tirol unterhielt die Besucher musikalisch. Bis in die Morgenstunden dauerte das rauschende Radquerfest in Dagmersellen. Mit dem unglaublich spannenden Eliterennen als Höhepunkt hielt das Dagmerseller Radquer einmal mehr in sportlicher wie auch in gesellschaftlicher Hinsicht, was es im Vorfeld versprochen hatte.

 

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Alle gegen den Titelverteidiger

 

Der französische Vorjahressieger Francis Mourey geht am kommenden Samstag um 14.45 Uhr als grosser Favorit ins Eliterennen des 34. Int. Radquers von Dagmersellen. Zu den ersten Herausforderern des 29-jährigen Franzosen gehören eine handvoll Schweizer Quercracks. Unter ihnen auch der Einheimische Pirmin Lang.

 

pbi – Es war die Topmeldung der letzten Tage: Francis Mourey, die aktuelle Weltnummer 5 im Radquer startet am Stefanstag am Internationalen Radquer von Dagmersellen. Und mit der Verpflichtung des französischen Vorjahressieger hat sich die scheinbar offene Ausgangslage für das Eliterennen auf einen Schlag gewandelt. Der Sieg am Chrüzberg wird auch heuer nur über Mourey führen. Das sieht auch Pirmin Lang, einer der Lokalmatadoren so: „Wenn ein Fahrer wie Mourey am Start steht, sind natürlich alle Augen der Konkurrenten auf ihn gerichtet“, sagt Lang, der im letzten Jahr bei seinem Heimrennen Rang fünf belegte. Und auch für dieses Jahr hat er sich viel vorgenommen. „Ich möchte solange wie möglich an der Spitze des Rennens mitfahren und in den Endkampf eingreifen können“, erklärt Pirmin Lang. Nach einem starken Saisonstart (Sieg in Fehraltdorf im Oktober) fiel der 25-Jährige in ein kleines Loch, ehe er zuletzt mit einem zweiten Rang in Bützberg und einem dritten Rang in Sion den Tritt wieder besser fand. Die Form im Hinblick auf Dagmersellen scheint bei Pirmin Lang zu stimmen.

 

Auch Michael Winterberg am Start

Ebenfalls erst in den letzten Tagen konkretisierte sich die Teilnahme des Roggliswilers Michael Winterberg am Radquer in Dagmersellen. Ursprünglich plante der 19-Jährige einen Start am Weltcup-Rennen in Heusden-Zolder (Belgien). In den letzten Wochen fühlte sich Winterberg jedoch kraftlos, kam nicht auf Touren und musste gar den Trainingsaufwand reduzieren. Deshalb verzichtet er nun auf die Reise nach Belgien und startet stattdessen bei seinem Heimrennen. Nach den schwierigen letzten Wochen ist er mit einer Prognose für das Rennen aber vorsichtig. „Ich habe mir keine bestimmte Klassierung zum Ziel gesetzt. Ich hoffe, dass ich bis am Samstag wieder besser in Form komme, versuche das Rennen zu geniessen und mein bestes zu geben“, so Michael Winterberg. Dass er bei seinem ersten Start im Dagmerseller Elitefeld gleich ganz vorne mitmischen kann, darf man sicherlich nicht erwarten.

 

Viele aussichtsreiche Herausforderer

Ganz vorne erwarten darf man hingegen die Schweizer Mountainbikecracks Florian Vogel (Zweiter im Vorjahr in Dagmersellen) und Ralph Näf. Ein heisser Kandidat für das Podest ist auch der Vorjahresdritte und bisherige zweifache Saisonsieger Lukas Flückiger. Gespannt ist man auf den Auftritt von René Lang und Lukas Winterberg. Wie ihre beiden Brüder werden auch sie am Samstag mit besonders viel Applaus und Unterstützung von „ihrem“ Publikum rechnen dürfen. Gefordert werden die Schweizer aber auch von zahlreichen internationalen Fahrern aus Tschechien, der Slowakei, Frankreich, Deutschland, Italien und Belgien. Insgesamt sind sage und schreibe 63 Elitefahrer gemeldet.

 

Grosskampf bei den Damen

Grosse Spannung verspricht auch das Rennen der Damen, welches bereits um 11 Uhr startet. Vorjahressiegerin Jasmin Achermann aus Gunzwil (bisher vier Saisonsiege) wird von Alexandra Bähler, Katrin Leumann und der Littauerin Renata Bucher aufs Ärgste gefordert werden. In der Kategorie B (ab 12.45 Uhr) kündigt sich ein offenes Rennen an, während in der Kategorie C ein weltbekannter Name in der Startliste auftaucht. Hier startet der sechsfache Saisonsieger Andri Frischknecht um 11 Uhr als grosser Favorit.

 

Die Mega-Party im Anschluss

Auch neben der Rennstrecke bietet das Dagmerseller Radquer allen Besucherinnen und Besucher zahlreiche Höhepunkte. So feiert Hans Jucker heuer sein 25-Jahr-Jubiläum als Speaker im Wiggertal. Auch bei seinem 25. Auftritt am Fusse des Chrüzbergs wird der Kult-TV-Reporter die Rennen in seiner unvergleichlichen Art und Weise kommentieren und den Zuschauern näher bringen. Als Ehrenstarterin amtet in diesem Jahr die Leichtathletik-Nachwuchshoffnung Marlen Affentranger. Die 22-jährige Dagmersellerin gewann bei den U23-Schweizermeisterschaft Gold über 100 Meter Hürden und Silber über 100 Meter als auch im Weitsprung. Sie wird die Rennen der verschiedenen Kategorien jeweils mittels Pistolenschuss freigeben.

Im Anschluss an die spektakulären Rennen rund um den Chrüzberg startet ab 16 Uhr die mittlerweile legendäre After-Race-Party in der Chrüzmatthalle. Das Tiroler Tschirgant-Duo wird den Radquer-Fans gehörig einheizen und die Halle zum Kochen bringen. Ein Besuch am Dagmerseller Radquer bietet also auch am kommenden Samstag den einmaligen Mix aus sportlichen Höchstleistungen und gesellschaftlichem Beisammensein.

 

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„Mehr als ein Radquer – ein wahres Dorffest“

 

Hans Jucker schaut auf „seine“ 25 Jahre als Speaker des Radquers zurück

 

Am Stephanstag ist es wieder so weit. Radquerfans aus der ganzen Schweiz werden an den Chrüzberg pilgern. Das 34. Internationale Radquer von Dagmersellen steht auf dem Programm. Und zum 25. Mal als Speaker vor Ort mit dabei: TV-Kultreporter Hans Jucker. Im Interview erklärt er die Faszination Radquer in Dagmersellen.

 

 

 

 

Patrik Birrer

Hans Jucker, Sie sind zum 25. Mal als Speaker beim Radquer in Dagmersellen dabei. Was fasziniert Sie persönlich an diesem Anlass?

 

Hans Jucker: Es ist die ganz spezielle, einzigartige Stimmung während des Radquers. Wenn man ans Quer in Dagmersellen kommt, merkt man sofort, dass das mehr als ein Velorennen ist. Es scheint, als ob das ganze Dorf auf den Beinen ist. Schön finde ich auch, dass sich Jung und Alt am Radquer trifft und zahlreiche Vereine bei der Durchführung des Anlasses aktiv mithelfen. Das gibt dem Dagmerseller Radquer einen ganz eigenen Charakter und verleiht ihm viel Charme. Am Stephanstag findet in Dagmersellen mehr als ein Radquer statt. Es ist ein Dorffest.

 

Wie äussert sich dieser Dorffest-Charakter des Radquers?

 

Hans Jucker: Am besten merkt man es daran, dass die Leute nach der letzten Zieldurchfahrt nicht sofort nach Hause gehen. Nach der Siegerehrung ist das Dagmerseller Quer noch lange nicht vorbei. Es gibt bestimmt auch Leute, die nicht unbedingt wegen des Sports, sondern wegen der Party nach Dagmersellen kommen. Aber Feststimmung herrscht eigentlich immer, schon den ganzen Tag über entlang der Strecke. Egal wo auf der Strecke gibt es die Möglichkeit, zu verweilen, sich zu verpflegen und trotzdem nichts von den Rennen zu verpassen. Das ist einmalig.

 

Welches sind aus ihrer Sicht die grössten Veränderungen rund ums Radquer seit Sie vor 25 Jahren erstmals als Speaker nach Dagmersellen gekommen sind?

 

Hans Jucker: Die ganz grossen Veränderungen sind meiner Meinung nach ausgeblieben. Radquer als Sportart ist in den Grundzügen immer noch sehr ähnlich wie vor 25 Jahren. Klar, die Rennen sind technischer, Laufpartien eher seltener geworden. Auffallend ist natürlich, dass die Schweizer Fahrer nicht mehr zur absoluten Weltspitze gehören. Das war früher ganz anders. Die Popularität des Quersports in der Schweiz hat verglichen mit früher spürbar nachgelassen. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass die Schweizer im internationalen Vergleich nicht mehr zur absoluten Spitze gehören.

 

Trotz des Popularitätsverlustes der Sportart Radquer in der Schweiz sind die Rennen in Dagmersellen eigentlich immer ein Publikumsmagnet geblieben. Wie erklären Sie sich das?

 

Hans Jucker: Für mich hat die Beliebtheit des Dagmerseller Radquers zwei Hauptgründe. Einerseits ist es der angesprochene Dorffestcharakter des Anlasses. Ans Radquer in Dagmersellen geht man einfach, wenn man aus dieser Region ist. Hier trifft man sich, egal ob man sonst auch Radrennen besucht oder nicht. Ein zweiter wichtiger Grund für die Beliebtheit des Quers ist das Datum. Nach den Weihnachtsfeiertagen scheinen viele Leute das Bedürfnis zu haben, an die frische Luft zu gehen. Und wer aus der Region ist und am 26. Dezember an die frische Luft geht, scheint sehr oft das Radquer als Ausflugsziel zu wählen. Attraktiv ist das Dagmerseller Quer sicherlich auch wegen der übersichtlichen Strecke.

 

Sie feiern am 26. Dezember mit ihrem 25. Auftritt als Speaker ein persönliches Jubiläum am Radquer Dagmersellen. Worauf freuen sie sich besonders?

 

Hans Jucker: In erster Linie freue ich auf spannende Rennen, wie wir sie am Chrüzberg schon oft erlebt haben. Das Wetter spielt natürlich auch immer eine wichtige Rolle. Die Fans des Dagmerseller Radquers haben aber schon oft bewiesen, dass sie auch bei schlechtem Wetter an die Rennstrecke kommen. Persönlich freue ich darauf, wieder viele Leute zu treffen, die man nur einmal pro Jahr trifft. Am Radquer in Dagmersellen eben.

 

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Portrait unserer Ehrenstarterin Marlen Affentranger

Schnell und immer schneller

Im vergangenen September feierte die 22-jährige Marlen Affentranger aus Dagmersellen ihre bis anhin grössten sportlichen Erfolge. An den U23-Schweizermeisterschaften der Leichtathleten in Bellinzona gewann sie die Goldmedaille über 100 Meter Hürden sowie jeweils Silber über 100 Meter und im Weitsprung. „Klar habe ich von einem solchen Erfolg geträumt“, sagt die gelernte Polygrafin im Rückblick, „aber erwarten durfte ich ein solches Glanzresultat nicht unbedingt.“ Die drei SM-Medaillen sind der vorläufige Höhepunkt in Marlen Affentrangers Karriere, die schon im Kindesalter lanciert wurde.

 

Des Vaters sportliches Erbe

Als Tochter von Josef „Sämi“ Affentranger, eines begnadeten und erfolgreichen Mittel- und Langstreckenläufers, wurde Marlen Affentranger das sportliche Talent quasi in die Wiege gelegt. Josef Affentranger wurde selbst Schweizermeister im Crosslauf. Die ganze Familie fieberte jeweils bei seinen Läufen am Streckenrand mit. So auch die kleine Marlen. Schon bald blieb es nicht mehr nur beim Zuschauen und Marlen Affentranger nahm selbst an verschiedenen Volksläufen teil. „Ich merkte aber früh, dass die längeren Distanzen nicht mein Ding sind“, sagt sie mit einem Lachen. Viel eher sagte ihr bereits im Kindesalter das Sprintrennen um den Schnellsten Dagmerseller zu. Diesen Anlass gewann sie während ihrer Schulzeit gleich reihenweise. Doch wer denkt, dass Marlen Affentranger bereits in jungem Alter einzig in der Leichtathletik gefördert wurde, der täuscht sich. Im Geräteturnen und im Handball machte Marlen Affentranger genauso mit, wie später in der Läuferriege Gettnau. Im Alter von 14 Jahren schliesslich entschieden sich Affentrangers, ihre Tochter Marlen in die Obhut der Trainer des STV Willisau zu geben. Hier konnte sie sich endgültig auf die von ihr bevorzugten Kurzstrecken konzentrieren.

 

Ausbildung und Sport – Ein Ding der Unmöglichkeit?

Bereits im ersten Jahr trainierte Marlen Affentranger dreimal wöchentlich, später im Alter von 16 Jahren viermal und seit sie 18 ist, kommt es öfter vor, dass fünf Trainingseinheiten à mindestens zwei Stunden pro Woche auf dem Programm stehen. „Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie mir die Möglichkeit gegeben haben, die Trainings in Willisau zu besuchen. Ohne ihre Unterstützung wäre ich heute nicht hier, wo ich bin“, sagt Marlen Affentranger. Der Support der Eltern war das eine, die Doppelbelastung von Ausbildung und Spitzensport das andere. Gerade in der Lehre sei es nicht immer einfach gewesen, erinnert sich Marlen Affentranger. Nur auf die Leichtathletik zu setzen, sei in der Schweiz kaum denkbar und deshalb sei sie froh, dass sie eine gute Ausbildung abgeschlossen habe. Entgegen gekommen ist ihr bei der Bewältigung der Doppelbelastung auch ihr Lehrbetrieb UD Print in Luzern. Zweimal in der Woche konnte Marlen Affentranger über den Mittag in Luzern Weitsprung trainieren.

 

Grösstes Potenzial im Hürdensprint

Dass die junge Dagmersellerin gleich in drei Disziplinen so erfolgreich ist, scheint nur auf den ersten Blick überraschend. „Zumindest die 100-Meter und der Weitsprung als Kombination betreiben viele Leichtathletinnen und Leichtathleten“, erklärt Marlen Affentranger. Dazu kommt bei ihr noch der Hürdensprint. Ihre Bestleistungen liegen bei 14.08 Sekunden über 100 Meter Hürden, bei 12.11 Sekunden über 100 Meter und bei 6.01 Meter im Weitsprung. Speziell auf das Überspringen der 6-Meter-Marke im Weitsprung sei sie stolz. Am meisten schlummerndes Potenzial ortet Marlen Affentranger vorab im Hürdensprint. Deshalb sei geplant, im kommenden Jahr das Hürdentraining zu intensivieren. Zu diesem Zweck wird sie zweimal pro Woche nach Zürich ins nationale Leistungszentrum fahren und bei Trainer Xaver Weibel an ihrer Hürdentechnik feilen. Der 100-Meter-Sprint und der Weitsprung werden aber nicht gänzlich vernachlässigt. Diese Disziplinen trainiert Marlen Affentranger weiterhin in Willisau mit ihrem langjährigen Trainer Josef Vogel. Aufgrund der zusätzlichen Belastung durch die Übungseinheiten in Zürich möchte Marlen Affentranger künftig „nur“ noch 80-90% arbeiten. Im Moment arbeitet sie bei der Printex in Dagmersellen, dem Geschäft ihrer Eltern. „Ich bin mir bewusst, dass das ein riesiges Privileg ist“, sagt Marlen Affentranger. „So kann ich Sport und Arbeit ideal unter einen Hut bringen.“

 

Ehrgeizig und bescheiden

Die Belastung wird für Marlen Affentranger auch in den nächsten Jahren nicht kleiner werden. Trotzdem hegt die Dagmersellerin ehrgeizige Ziele. „Ich will in allen drei Disziplinen weiterhin konsequent Fortschritte machen und meine persönlichen Bestleistungen verbessern.“ Kommendes Jahr startet sie bei den Aktiven und wird sich mit den besten Leichtathletinnen des Landes messen. Ihr grösstes Ziel sei es, verletzungsfrei durch die Saison zu kommen. Das war in diesem Jahr leider nicht der Fall. Und trotzdem feierte Marlen Affentranger grosse Erfolge. Was also ist möglich, wenn Marlen Affentranger eine ganze Saison planmässig trainieren kann? Hier gibt sie sich bescheiden. „Es ist schwierig, eine Prognose für die nächsten Schweizermeisterschaften bei den Aktiven zu stellen. Wichtig ist, dass ich mich im Verlauf der Saison stetig verbessern kann“, meint sie bescheiden, fügt dann aber an: „Natürlich möchte ich bei der Vergabe der SM-Medaillen auch ein Wörtchen mitreden.“

 

„Ein einmaliger Anlass für die Region“

Als OK-Präsident Wolfgang Kristan sie für das Amt der Ehrenstarterin am Radquer angefragt habe, sei sie schon stolz gewesen. „Es zeigt mir, dass meine Leistungen wahrgenommen werden. Das hat mich sehr gefreut.“ Für die Zusage musste sie nicht lange überlegen. „Für mich ist es eine Ehre, dieses Amt beim Radquer in meinem Heimatdorf ausüben zu dürfen.“ In früheren Jahren war Marlen Affentranger auch schon Gast beim Radquer. „Das Radquer in Dagmersellen ist mehr als ein reiner Sportanlass. Es ist einmalig für unser Dorf und die Region. Das Interesse der Leute ist riesig.“ Für den Stephanstag 2009 erhofft sich unsere Ehrenstarterin Marlen Affentranger gutes Wetter, zahlreiche Zuschauer und ganz einfach ein tolles Fest im Zeichen des Sports.

 

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Spektakel am Stephanstag

Der 26. Dezember ist für die Radquerfans aus dem Wiggertal und der ganzen Schweiz ein Pflichttermin. Immer am Stephanstag geht das Internationale Radquer von Dagmersellen über die Bühne. 2009 bereits zum 34. Mal. Und die Besucher werden auch heuer vollends auf ihre Kosten kommen.

 

pbi – Für die Organisation des Internationalen Radquers von Dagmersellen zeichnet sich traditionellerweise der Veloclub Dagmersellen verantwortlich. Seit mehreren Monaten wieder ist das 15-köpfige OK mit den Vorbereitungsarbeiten auf den Grossanlass beschäftigt. OK-Präsident Wolfgang Kristan kann dabei auf ein eingespieltes Team zählen. Einzig Personalchef Laurent Arn trat von seinem Amt zurück und musste ersetzt werden. Mit Karin Schärer konnte der OK-Chef eine topmotivierte Nachfolgerin für dieses wichtige Ressort gewinnen. Die Vorbereitungen laufen vollends nach Plan und einer gewohnt reibungslosen Durchführung des beliebten Radquers steht auch in diesem Jahr nichts im Wege.

 

Ehrenstarterin Marlen Affentranger

Als Ehrenstarterin konnten die Organisatoren für die diesjährige Austragung des Radquers die Einheimische Marlen Affentranger gewinnen. Die 22-jährige Dagmersellerin machte erst kürzlich landesweit auf sich aufmerksam. An den U23-Leichtathletik-Schweizermeisterschaften im September in Bellinzona wurde Marlen Affentranger Schweizermeisterin über 100 Meter Hürden. Doch damit nicht genug. Sowohl über 100 Meter als auch im Weitsprung gewann sie zusätzlich die Silbermedaille. Am Stephanstag wird Marlen Affentranger quasi vor ihrer eigenen Haustüre die Radquerfahrerinnen und Radquerfahrer per Pistolenschuss auf die Rennstrecke schicken.

 

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Ein eingespieltes Team am Werk

Dagmersellen – Vorbereitungen auf das 34. Internationale Radquer laufen

Anders als in den vergangenen Jahren erfuhr die Zusammensetzung des Organisationskomitees für das 34. Internationale Radquer von Dagmersellen kaum personelle Veränderungen. OK-Präsident Wolfgang Kristan kann auf ein eingespieltes Team zurückgreifen.

 

pbi – Noch im vergangenen Jahr hatte OK-Präsident Wolfgang Kristan einige personelle Vakanzen aufzufüllen. Im Hinblick auf das 34. Internationale Radquer am Dagmerseller Chrüzberg ist das anders. Auch die letzte Lücke im OK konnte in den vergangenen Wochen geschlossen werden. Als neue Personalchefin amtet Karin Schärer. In dieser Funktion wird sie Nachfolgerin von Laurent Arn. Die Vorbereitungen in den verschiedenen Ressorts verlaufen absolut planmässig. Die Radquerfans dürfen sich auch in diesem Jahr auf verschiedene sportliche und gesellschaftliche Höhepunkte am Stephanstag, 26. Dezember freuen.

 

Spektakel in der Radquerhochburg

Das Dagmerseller Radquer hat sich in den vielen Jahren einen hervorragenden Namen erarbeitet. Rund 3500 Fans strömten in den letzten Jahren jeweils an den Chrüzberg und sorgten für eine tolle Rennatmosphäre. Aber wie gewohnt bietet das Internationale Radquer von Dagmersellen nicht nur sportliches Spektakel. Auch während und vor allem nach den Rennen geht im Wiggertaler die Post ab. Traditionell steigt im Anschluss an die sportlichen Höchstleistungen in der nahegelegenen Chrüzmatthalle die rauschende After-Race-Party. Eingeheizt wird den Radquerfans heuer vom Tschirgant-Duo aus dem Tirol.

 

Ehrenstarterin Marlen Affentranger

Als Ehrenstarterin konnte OK-Präsident Wolfgang Kristan die Leichtathletin Marlen Affentranger verpflichten. Die 22-jährige Dagmersellerin kürte sich erst im vergangenen September an der U23-Leichtathletik-Schweizermeisterschaft in Bellinzona zur Schweizermeisterin über 100 Meter Hürden und gewann über 100 Meter und im Weitsprung jeweils die Silbermedaille. Sie wird beim Internationalen Radquer quasi vor ihrer eigenen Haustüre die Rennfahrerinnen und Rennfahrer mittels Startschuss auf die Strecke schicken.

Und noch ein weiteres ganz spezielles Highlight bietet die 34. Austragung des Dagmerseller Radquers: Kultspeaker und Fernsehreporter Hans Jucker feiert heuer ein eindrückliches Jubiläum in Dagmersellen. Zum 25. Mal wird Jucker die Rennen in seiner unvergleichlichen Art und Weise den Zuschauerinnen und Zuschauer näher bringen. Für alle Radquerfans gilt deshalb: Den 26. Dezember in der Agenda dick anstreichen und ab nach Dagmersellen an den Chrüzberg.

 

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